Logistik-Bereich
Branche

Kinder sind Zukunft

Logistik.NRW

Die Logistikbranche klagt wie viele andere Branchen über fehlenden Nachwuchs. Die regelmäßigen Befragungen des Kompetenznetz Logistik.NRW im Rahmen des NRW.LOGISTIKINDEX zeigen das in vielen Berufsgruppen von Fahrern bis zu Supply-Chain Managern große Bedarfe bestehen. Die Logistik muss sich daher wie viele andere Branchen im sich abzeichnenden „War for talent“ neu aufstellen und sich ein positives Image schaffen. Gerade in der Corona-Krise zeigt sich derzeit deutlich, wie wichtig die Logistik für das tägliche Leben der Menschen ist.

ABB. 1: Die stolzen Gewinner des ideenWettbewerbs.

 

Logistik ist mehr als eine Branche, sie ist eine Kernfunktion unserer modernen arbeitsteiligen Wirtschaft. Ein geflügeltes Wort spricht davon: „Ohne Logistik ist alles nichts.“ Ähnlich wie die IT ermöglicht die Logistik die Verbindung von Wertschöpfungsketten und ist somit umfassend für die Ver- und Entsorgung von Unternehmen und Gesellschaft zuständig. Allein in NRW arbeiten über 700.000 Menschen in Logistikberufen. Dieses Gewicht der Logistik spiegelt sich allerdings nicht in einem positiven Image wider.

Image ist ein wesentlicher Bestandteil für die Berufswahl von jungen Menschen. Ohne ein entsprechendes Image fällt es Branchen und Unternehmen zunehmend schwieriger, Auszubildende oder Mitarbeiter zu finden. Die Logistikbranche ist dabei in doppeltem Nachteil: Erstens ist die Berichterstattung über logistische Themen eher löchrig und zweitens dazu auch noch meist besonders negativ.

In Krimis ist es heute nicht mehr der Gärtner, der der Verbrecher ist, sondern oft der Spediteur/Logistiker. Negative Alltagserfahrungen wie Staus und Unfälle von LKW werden häufig mit Logistik in Verbindung gebracht – dabei ist der Straßengüterverkehr ja nur ein (wenn auch wichtiger) Teil der Logistik – und die positiven Seiten der Logistik, die dabei hilft, unser aller Leben positiv zu gestalten, werden meistens ausgeblendet.
In den vergangenen Jahren haben sich bereits verschiedene Institutionen und Initiativen auf den Weg gemacht, um das Image der Logistik zu verbessern – aber die Allermeisten sind eher nach „innen“ in die Logistikbranche gerichtet und zeigen somit vor allem Logistikern wie wichtig Logistik doch ist. Dieser Ansatz ist zwar besser als nichts, aber zu wenig, um wirklich etwas zum Positiven bewegen zu können.

Es gilt daher, der Allgemeinheit und vor allem dem Nachwuchs zu vermitteln, was Logistik wirklich ist: nämlich spannend, vielseitig und interessant. Für uns alle ist selbstverständlich, dass Waren zu den Kunden gelangen, die Regale der Geschäfte alle gut gefüllt sind und die Prozesse in der Industrie mit Teilen aus aller Welt beliefert werden. Das alles geschieht meist im Hintergrund durch die Logistik. Aber wie kann man Kinder davon begeistern? Genau diese Frage stellten sich am Ende des Jahres 2012 Kerstin Groß von der IHK mittleres Ruhrgebiet und Peter Abelmann vom LOG-IT Club.

Traditionell gehen schon seit vielen Jahren Unternehmen Schulpartnerschaften ein. Branchen und ihre Verbände stiften Preise für die besten Abiturnoten und das Schulpraktikum wird breit genutzt, um an Nachwuchs zu kommen. Dafür bietet sich in der Regel die Zeit der Berufsorientierung (in NRW die Jahrgänge 7-10) an. Wenn aber schon eine Menge an Wirtschaftsbranchen in diese Phase auf die Schüler losgelassen werden – wo bleibt dann noch die Logistik? Aus dieser Logik und mit der eigenen Erfahrung wie wissbegierig und im positiven Sinne unvoreingenommen kleinere Kinder noch sind, entstand die Idee zu den LogistiKids in NRW.

LogistiKids in NRW

Die Idee des Wettbewerbs

Kinder im Vorschul- und Grundschulalter erklären die Logistikwelt. Dafür erhalten die Kindergärten und Schulen nach einer Anmeldung eine „logistische“ Fragestellung, die es durch sie zu „bearbeiten“ gilt. Es geht nicht darum, eine wissenschaftliche Abhandlung über logistische Themen zu verfassen – es soll mit Spaß und Kreativität Logistik durch die Kinder dargestellt werden. Dabei ist alles erlaubt, was den Kindern einfällt: Spielen, malen, basteln, filmen, bauen, singen … es gibt keine Grenzen für die Kreativität. Natürlich sind auch alle Materialien frei wählbar. Die Aufgabe ist dabei auch mutig zu sein und sich ruhig auch einzelne Teile einer logistischen Kette oder Aufgabe herauszugreifen, die die Kinder spannend finden. Wichtig ist jedoch das Thema immer mit einer „logistischen Brille“ zu sehen.

Der Wettbewerb läuft seit Beginn im Jahr 2013 unter Schirmherrschaft des Wirtschaftsministeriums NRW. Die Geld- und Sachspenden für die Gewinner wurden durch Sponsoren ermöglicht, viele unterstützen den Wettbewerb bis heute. Um die Idee zunächst zu erproben, lief der erste Wettbewerb erst mal nur im IHK-Bezirk des mittleren Ruhrgebietes (Bochum, Herne, Witten und Hattingen). Um die Kindergruppen nicht zu überfordern, wurden für Kindergärten und Schulen unterschiedliche Aufgaben erdacht.

Lesen SIe mehr im aktuellen Jahrbuch Logistik

Autor: Peter Abelmann

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